Mit «car4rep» gehts wieder aufwärts (v.l.): Enzo Santarsiero und die Beiräte Thomas Jauch, Thomas Zumbrunn, Urs Boss.
Mit «car4rep» gehts wieder aufwärts (v.l.): Enzo Santarsiero und die Beiräte Thomas Jauch, Thomas Zumbrunn, Urs Boss.

Kleinschadenreparatur-Netzwerk «car4rep»

Die Carrosseriebranche hat Geschichten geschrieben, die wurden zu Bestsellern. Und solche, die in regelrechten Pleiten geendet haben. Und dann gibt es noch jene, von denen gibt es ein Vorwort, ein Inhaltsverzeichnis – und eventuell zwei oder drei Kapitel. Aber noch kein Ende.

 

Eine solche Story erzählt «car4rep», ein zertifiziertes Kleinschaden-Reparatursystem für Schweizer Fachwerkstätten aus der Carrosserie- und Lackiererbranche, die so quasi als Franchise-Nehmer agieren und Kleinschäden zum Fixpreis erledigen. Egal, ob sich der Betrieb in Genf, Zürich oder Lugano befindet.

 

Wir blenden zurück – ins Jahr 2011, das Geburtsjahr von «car4rep». Wir sind Gäste eines Kundenevents, schippern im Kreuzfahrtschiff durch die offenen Meere. Unter anderen mit an Bord: Selcuk Özgul von «CH Coatings», Thomas Jauch (Geschäftsleiter Carrosserie Luzern) und Urs Boss (G & G Carrosserie Spritzwerk). Sie diskutieren die Idee eines Kleinschaden-Reparatursystems, und gehören später zu den treibenden Kräften bei der Gründung von «car4rep» als Aktiengesellschaft. Doch das ganze Geschäft kommt nie so richtig in die Gänge, gerät erst recht ins Stocken, als Selcuk Özgul sich von «CH Coatings» zurückzieht und das Unternehmen verkauft.

 

Die Rettung naht im Mai 2021 – in der Person von Enzo Santarsiero. Der umtriebige CEO der André Koch AG schliesst sich mit Thomas Jauch, Urs Boss und Thomas Zumbrunn (Inhaber/Geschäftsführer Carrosserie Zumbrunn BL) zusammen, übernimmt die Papiere der verbliebenen rund 15 Aktionäre und schmiedet zusammen mit den drei Carrossiers Pläne, wie «car4rep» neu auf Kurs zu trimmen ist. Das Ergebnis wurde soeben im Rahmen einer Kickoff-Veranstaltung in der Koch-Firmenzentrale in Urdorf präsentiert. 32 interessierte Carrossiers waren zugegen.

 

Ziel ist es, 60 Partner unter dem Dach von «car4rep» zu vereinen und somit ein nationales Netzwerk zu erschaffen – zum jährlichen Tarif von 650 Franken inklusive Schulungen, Marketingmaterial und Online-Auftritt. Als Netzwerkpartner haben diese Betriebe den Auftrag, Kleinschäden in der Höhe von unter dem Versicherungs-Selbstbehalt fachgerecht und schnell instand zu stellen. Und das Ganze für den Kunden zum umwelt- und budgetfreundlichen Fixpreis. Dabei kann es sich um kleinere Hagelschäden, Scheinwerfer-, Lack- und Glasreparaturen oder auch um Autositze aus Stoff und Leder mit beispielsweise Brandlöchern handeln – Beschädigungen also, welche private Autobesitzer bislang einfach so haben stehen lassen, weil sie den finanziellen Aufwand scheuen. Diese Einstellung dürfte sich nun mit «car4rep» ändern, hoffen zumindest die Initianten. Die nötigen Reparaturkits erhalten die Carrossiers übrigens vom dänischen Smart-Repair-Ausrüster HBC, das Terminvereinbarungs-Tool von Softwarespezialist Reto Dellenbach und seiner «CRN» (Carrepnet.ch).

 

Text und Fotos: Heinz Schneider